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Einweihung der Energiezentrale Urban Harbor - erster Baustein im Smart Grid

(vom 19.04.2018)

19.04.2018 / Ludwigsburg, Kornwestheim. Ende 2016 fällten Max Maier und die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB) die Entscheidung, die Gebäude im Urban Harbor, im Werkzentrum West sowie die Zollinger Halle im Rahmen eines zukunftsweisenden Konzeptes - EnergieHafenWest - mit Energie zu versorgen. Nach aufwändigen Vorbereitungen und umfangreichen Bauarbeiten wurde der erste wichtige Schritt erfolgreich abgeschlossen ist. Die innovative Energiezentrale Urban Harbor ist fertig gestellt.

Konzept für die Zukunft: Oberbürgermeister Werner Spec, Bodo Skaletz und Max Maier

Darüber erzeugt die SWLB Wärme, Kälte und zukünftig Strom für die Mieter des Areals. Oberbürgermeister Werner Spec, Max Maier, Visionär und Inhaber der Max Maier-Unternehmen, und Bodo Skaletz, Geschäftsführer der SWLB, feierten am 19. April 2018 mit Planern, Politikern und Handwerkern die Einweihung der Energiezentrale.

Die Energiezentrale auf dem Areal Urban Harbor in Ludwigsburg dient der Versorgung mit Wärme und Kälte. Installiert wurde bis dato ein Gas-BHKW, das mittels Kraft-Wärme-Kopplung umweltfreundlich und gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt. Zudem wurde eine Wärmepumpe in Betrieb genommen, die unter Einsatz von Strom die Abgase des BHKW als Wärmequelle nutzt, um die daraus gewonnene Wärme in das Wärmenetz zu speisen. Mehrere Gaskessel sorgen für die Deckung der Wärmespitzenlast und halten als Ausfallsicherung her. Ein Wärmespeicher kann die erzeugte Wärme zwischenspeichern und nach Bedarf wieder abgeben. Zu guter Letzt wurde eine Kompressions-Kältemaschine installiert, die mittels Stromeinsatz für die Klimatisierung der Gebäude sorgt. Das innovative Konzept wurde gemeinsam mit dem langjährigen Partner der SWLB, der IBS Ingenieurgesellschaft mbH aus Bietigheim-Bissingen, entwickelt und erfolgreich umgesetzt.

Die Energiezentrale ist der Grundstein des Demonstrationsvorhabens „EnergieHafenWest“, das den Visionen Taten folgen lässt.

„Der Urban Harbor ist der Beweis für eine gelungene Transformation eines alten Industrieareals im Kontext der Stadt der Zukunft. Es ist daher nur konsequent, das die Stadtwerke auf meinem Areal ein Netz schaffen, das mitdenkt! Darüber entstehen Voraussetzungen für eine einzigartige Kommunikation der Bedürfnisse“, erklärt Max Maier.

„In diesem Smart Grid werden Angebot und Bedarf von Strom, Wärme und Kälte so ideal aufeinander abgestimmt und in Kommunikation gebracht, dass wir Ressourcen schonen, Emissionen einsparen und für eine gleichmäßige Auslastung der Netze sorgen. Das ist in dieser Form in einem Gewerbequartier einzigartig und wird daher auch vom Land Baden-Württemberg unterstützt“, ergänzt Bodo Skaletz. 

Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms „Smart Grids und Speicher Baden-Württemberg“ als Demonstrationsvorhaben gefördert.

Die Energiewende ist bereits spürbar: Die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim liefern Ökostrom, Hauseigentümer dämmen und der Absatz von E-Autos steigt. Die grüne Zukunft ist jedoch weitaus verwobener, die einzelnen Bereiche wie Strom, Wärme und Verkehr sollen ineinandergreifen. Das Projekt EnergieHafenWest, bei dem die SWLB mit namhaften Partnern zusammenarbeitet, zeigt, wie es geht.

EnergieHafenWest
Zentrales Element im zukünftigen EnergieHafenWest ist die intelligente Steuerungseinheit: Sie hat den Bedarf von Strom, Kälte und Wärme in den ansässigen Unternehmen im Blick. Aus diesen Werten, Wetterprognosen und historischen Verbrauchsdaten errechnet sie, wie viel Energie benötigt wird und steuert dementsprechend die Komponenten.
Die Photovoltaikanlage (PV-Anlage) versorgt andere Bereiche und Anlagen mit Ökostrom - wie zum Beispiel die Kältemaschine: Räume werden im Sommer auf angenehme Temperaturen heruntergekühlt. Überschüssigen Strom gibt die PV-Anlage an den Batteriespeicher ab. Dieser versorgt das Areal mit Strom, falls die Sonne zu wenig scheint und die Photovoltaikanlage nicht genügend Strom erzeugen kann. „Ganz unabhängig ist das Areal nicht“, sagt Bodo Skaletz. „Wenn nötig, versorgt das öffentliche Stromnetz das gesamte Gebiet. Gleichzeitig kann das Areal überschüssigen Strom in das öffentliche Netz einspeisen, wenn der Batteriespeicher bereits voll ist.“
Gas kommt ausschließlich aus dem öffentlichen Netz: Damit werden Gaskessel und Blockheizkraftwerk betrieben, die wiederum effizient Wärme beziehungsweise Strom erzeugen.
Die Wärmepumpe nutzt die Abwärme aus den Abgasen des Blockheizkraftwerks, sodass möglichst keine Wärme ungenutzt verloren geht. Nicht benötigte Wärme landet im Wärmespeicher, dem zweiten Speicherelement auf dem Areal: Die Zwischenspeicherung von Energie gibt der intelligenten Regelung die notwendige Flexibilität, um die einzelnen Sektoren noch effizienter aufeinander abzustimmen.

Neben Strom, Wärme und Kälte ist auch Elektromobilität fester Bestandteil des Projektes. Mitarbeiter der Anrainerunternehmen laden Fahrzeuge direkt auf dem Gelände mit vor Ort erzeugtem, umweltfreundlichen Strom. Der Strombedarf an den Ladesäulen ist Teil der Gesamtrechnung von Angebot und Nachfrage – stehen viele E-Autos an den Ladesäulen, steigt der Bedarf. Wird wenig gefahren, wird der Strom gespeichert und ins öffentliche Netz eingespeist.

Die auf dem Gelände ansässigen Firmen profitieren von diesem Modell: Sie nutzen preisstabilen Ökostrom - um Betrieb, Instandhaltung der Anlage und Vermarktung des Stroms kümmert sich die SWLB.

Beteiligte Projekt-Partner, mit denen die SWLB das Projekt umsetzt:

·         IBS Ingenieurgesellschaft mbH

·         max maier urbandevelopment

·         Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW)

·         AVAT Automation GmbH

·         ads-tec GmbH

Die nächsten Schritte

Das Projekt EnergieHafenWest hat zum 1. Januar 2018 offiziell begonnen. Die Abstimmungen zwischen den Projektpartnern laufen. Nun folgen die Planung der Photovoltaikanlage, des Batteriespeichers sowie der Ladesäulen.

Facts zum Energiekonzept Weststadt
Modular aufgebautes Erzeugungskonzept
Grundlast-Deckung durch BHKW mit 330 kWel / 460 kWth
Mittellast-Deckung durch eine Abgas-Wärmepumpe mit 100 kWth
Nutzung der Abgase aus BHKW als Wärmequelle -> hohe Jahresarbeitszahl
Spitzenlastdeckung und Redundanz durch Gaskessel mit 2 x 1.860 kWth
Insgesamt wird ein Wärmebedarf von ca. 3,3 MW gedeckt
Eine Kompressionskältemaschine mit 500 kWth (Kälte) sorgt für die Klimatisierung - künftig wird der Strombedarf mit dem Strom aus einer PV-Anlage gedeckt
Wärmespeicher: 55 m³
CO2-Einsparung im Vergleich zur vorherigen Heizung: 500 t CO2/Jahr

BHKW Energiezentrale
Kältemaschine und Pufferspeicher
Wärmepumpe und Pufferspeicher
Wärmespeicher BHKW
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