Sonne

Sonnenpfad 3: Ökologie

Abb. 1: Verteilung der Nistkästen (gelb: Vögel, blau: Fledermäuse, rot: Hornissen)

Nisthilfen und Höhlen

Neben den Brutplätzen am Wasserturm wurden im Umfeld des Römerhügelturms weitere Nisthilfen angebracht. Insgesamt sind 15 Vogelnistkästen sowie 14 Fledermauskästen zu entdecken. Darüber hinaus gibt es zwei weitere Kästen, die Hornissen als künstliche Baumhöhlen dienen.

Fledermaus-Flachkasten
Dohlenkasten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fledermäuse

Fledermäuse sind fliegende Säugetiere, die in den Abendstunden sowie nachts aktiv sind. Um ihre Umwelt wahrnehmen zu können, nutzen sie eine Echoortung. Fledermäuse ernähren sich von Insekten, Spinnen und anderen Gliedertieren. Von den 23 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten treten 21 regelmäßig in Baden-Württemberg auf. Im Umfeld von Ludwigsburg konnten bereits nachfolgende zehn Arten nachgewiesen werden:

·         Großer Abendsegler (Nyctalus noctua)

·         Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)

·         Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii)

·         Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus)

·         Braunes Langohr (Plecotus auritus)

·         Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus)

·         Großes Mausohr (Myotis myotis)

·         Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri)

·         Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)

·         Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus)

Alle Fledermausarten sind streng geschützt und stehen auf der Roten Liste. Sie dürfen daher nicht getötet, gefangen oder erheblich gestört werden. Auch ihre Quartiere, z.B. in Bäumen, Höhlen aber auch Dachböden, sind geschützt. Durch die Rodung von alten Baumbeständen, der Intensivierung der Landwirtschaft sowie dem Verlust von vielfältigen Kleinstrukturen in der Landschaft sowie in Siedlungen sind die Insektenbestände rückläufig, weshalb auch die Fledermausbestände zurückgegangen sind.

Weitere Informationen zum Thema Fledermäuse sind beim Bundesverband für Fledermauskunde oder bei der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg e. V. finden.

!!Aus aktuellem Anlass: Einheimische Fledermäuse sind nach derzeitigem Stand des Wissens keine Überträger von SARS-CoV 2, weshalb eine Bekämpfung aufgrund einer vermeintlichen Gesundheitsgefahr unbegründet und strafbar ist.!!

Abb. 1: Geborgenes Hornissennest (Grüne Nachbarschaft).

Hornissen (Vespa crabro)

Hornissen sind keine Wildbienen sondern gehören zur Unterfamilie der „Sozialen Faltenwespen“, worin 16 Arten erfasst sind. Mit Ausnahme der Gewöhnlichen Wespe (Vespula vulgaris) sowie der Deutschen Wespe (Vespula germanica) zählen die Arten jedoch als friedfertig und greifen nicht grundlos an.

Das Nest einer Hornisse wird durch die Königin im April/Mai gegründet. Ein Hornissenvolk zählt zum Entwicklungshöhepunkt im August 400 bis 600 Tiere von denen jedoch nur wenige Jungköniginnen den Winter überleben werden. Ab November erlischt das Leben im Hornissenbau, welches im Folgejahr nicht wieder besiedelt wird.

 

Abb. 1: Die Hornisse ist die größte Wespenart (Foto: Eva Grubmiller).

Natürliche Lebensräume der Hornisse sind artenreiche und lichte Laubmischwälder. Als sekundäre Lebensräume dienen jedoch auch Streuobstwiesen sowie in Siedlungen auch Schuppen, Dachböden, Rollladenkästen und Vogelnistkästen. Die Königing sowie die Larven ernähren sich von eiweißreichem Futter, also Insekten, welche von Arbeiterinnen erbeutet werden. Die Arbeiterinnen ernähren sich von Baumsäften, Nektar, Fallobst und Honigtau.

Hornissen sind besonders geschützt, weshalb es verboten ist, die Tiere zu töten, zu fangen oder erhablich zu stören. Auch ihre Nist- und Brutplätze sind geschützt. Regional sind die Bestände stark bedroht oder bereits ausgestorben.

 

Lebewesen in einer Hand voll Erde…

Neben den Tieren über dem Boden existiert jedoch auch ein vielfältiges Leben unter der Oberfläche, welches in seiner Vielfältigkeit selten wahrgenommen wird.

In einer Handvoll Boden können zahlenmäßig gesehen mehr Bodenorganismen leben als es Menschen auf der Erde gibt. In einem Bodenwürfel von 10 cm Katenlänge können je nach Bodeneigenschaften bis zu 10 Milliarden Bodenlebewesen vorkommen. Zum Vergleich: aktuell leben etwa 7,7 Menschen auf der Erde (Stand Januar 2020).

Abb. 1: Zusammensetzung der Bodensubstanz (ca. 50 % des Bodenkörpers) (Daten: Uni Münster)

In einem Bodenwürfel von 1 m Kantenlänge und 30 cm Tiefe können bei guter Bodenqualität mehr als 1,6 Billionen Bodenorganismen vorkommen, die zusammengenommen nicht mehr als 200 g auf die Waage bringen.

Abb. 1: Lebewesen in einem Quadratmeter Boden in der obersten Bodenschicht (Quelle: Uni Münster).

Quellen:
Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg e. V.: https://www.agf-bw.de
Bundesverband für Fledermauskunde Deutschland e.V.: https://bvfledermaus.de/
LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (2019): Übersichtskarten mit den der LUBW bekannten Verbreitungsdaten zu den 21 in Baden-Württemberg regelmäßig auftretenden Fledermausarten.
Projekt Wildbienenschutz: Hornissen – Friedliche Brummer. Verfügbar unter https://www.wildbienenschutz.de/hornissen/
Uni Münster: Projekt Hypersoil