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Funktionales Campusbad bereichert Innenstadt

(vom 22.02.2016)

Ludwigsburg. Endlich geht´s ins Wasser: Die Schauspielerund Schauspielerinnen der ImproTheaterAG des Friedrich-Schiller Gymnasiums sprangen nach 19-monatiger Bauzeit des Badneubaus als erste in die Becken des neuen Schul- und Vereinsbades in Ludwigsburg. Das im Innenstadtcampus gelegene und daher so genannte Campusbad wurde heute, am 19. Februar, offiziell durch Oberbürgermeister Werner Spec und Stadtwerke-Geschäftsführer Bodo Skaletz eingeweiht. Am 22. Februar wird das nicht öffentliche Bad an 10 Schulen und 5 Vereine übergeben und kann als Hallenbad für den Sportunterricht, für Trainingseinheiten wie Wasserball, Schwimmen, für Kurse zur Wassergewöhnung etc. genutzt werden.

 

Campusbad

In der Feierstunde am 19. Februar, zu der Baubeteiligte, Gemeinderäte, Anwohner, Schulen und Vereine geladen waren, erhielten Oberbürgermeister Werner Spec und SWLB-Geschäftsführer Bodo Skaletz den symbolischen Schlüssel – ein von der Bäckerei Luckscheiter aus bestem Hefeteig gebackenen Rettungsring – von Architekt Gunnar Lehmann

Aufgelockert wurde die Einweihung musikalisch vom gemischten Chor des Goethe- Gymnasiums sowie den Elly- Wind Bläsern der Elly-Heuss-Knapp Realschule, schauspielerisch von der ImproTheater AG des Friedrich-Schiller Gymnasiums und sportlich von den Fünftklässlern des Mörike Gymnasiums, von Schülern und Schülerinnen der Jahrgangsstufen 10-12 der Ludwigsburger Gymnasien, von den Synchronschwimmerinnen des SVL 08 und Rettungsschwimmern des DLRG.

„Das neue Campusbad ist eine Investition in die Zukunft“, so Oberbürgermeister Werner Spec. „Die geplanten und (fast) eingehaltenen sieben Millionen Euro kommen allen sportlichen Aktivitäten in Ludwigsburg zugute. Zudem trägt das Schul- und Vereinsbad zur Entlastung des Stadionbads bei, das in Kürze wieder mehr Wasserzeiten für das freie Schwimmen und für Spaßsuchende aufweist und damit seinem originären Anspruch als Event- und Erlebnisbad wieder gerecht wird.“

Geschäftsführer Bodo Skaletz wies in seiner Rede auf die technischen Vorzüge des nachhaltig gebauten Schwimmbads hin und betont: „Der Umweltgedanke stand beim Bau ganz klar im Mittelpunkt. Neben seiner Funktionalität ist das neue Bad vor allem energieeffizient errichtet. Wir sparen mit Anlagen neuester Technik sowohl jede Menge Strom und Heizenergie als auch Wasser und Chemikalien ein. Zudem haben wir auch in Zukunft mit keinen zusätzlichen exorbitanten Kosten zu rechnen, weil wir uns vorab gut mit der Stadt und dem Hochbauamt abgestimmt haben.“

Architekt Gunnar Lehmann gratulierte der Bauherrin und erklärte, dass die Funktionalität immer im Vordergrund stand. „Das Bad in diese Baulücke einzubinden, war eine architektonische wie städtebauliche Herausforderung, der wir uns gern gestellt haben“, so Lehmann.

Das Bad besitzt zwei Becken mit den Maßen 25 mal 16,66 Meter sowie 10 mal 16,66 Meter. Skaletz betont: „Das große Becken ist mit sechs Bahnen wettkampftauglich und sowohl für Schwimmsportler als auch für den Schwimmunterricht der Ludwigsburger Schulen optimal geeignet.“ Die beiden Becken fassen rund 910 Kubikmeter Wasser, stündlich werden 310 Kubikmeter Wasser in den voluminösen Sandfilteranlagen im Kellergeschoss umgewälzt. Der Chlorgehalt wird dauernd überprüft, zusätzlich werden manuell täglich Proben aus den Schwimmbecken entnommen.
Realisiert wurde das sieben Mio. teure Bad durch die Finanzierung der SWLB. Fördermittel standen für dieses Vorhaben nicht zur Verfügung. Bodo Skaletz: „Wir liegen mit drei Prozent nur gering über der Kostenberechnung. Grund dafür ist ein projektimmanentes Kostenmanagement. Wir haben ständig geprüft, wo wir sparen können. Zum Beispiel verzichteten wir auf Garderobeschränke, es werden Umkleidehaken eingebaut wie es auch in Turnhallen üblich ist.“

Bereits im Dezember 2015 ist das Bad in den technischen Probebetrieb gegangen. Auch hat es Ende des Jahres den so genannten Färbeversuch bestanden. In Anwesenheit des Gesundheitsamtes wurde ein Testlauf simuliert, in dem die einwandfreie Beckendurchströmung geprüft wurde. Dazu wurde der Stoff Eriochrom Schwarz T in Konzentration 100 Gramm auf 550 Kubikzentimeter Wasser zugefügt. Die Dunkelfärbung des Wassers war innerhalb von rund 15 Minuten bis in die hinterste Ecke erfolgt.

Chronik Campusbad

·         Ab 2003: Entscheidungsfindungsphase aufgrund Bäderstudie

·         Dezember 2011: Beschluss des Gemeinderatssitzung für die Planung eines Schul- und Vereinsbades im Bereich des Schulcampus, Ecke See-/Karlstraße; Beschluss eines europaweiten Wettbewerb

·         Februar 2013: Preisgericht für den Realisierungswettbewerb „Neubau eines Schul-und Vereinsbads im Innenstadtcampus in Ludwigsburg" – Auswahl durch 13 Juroren aus 16 Entwürfen: 1. Platz: Lehmann Architekten aus Offenburg

·         Planungszeit: ca. zehn Monate, geplante Bauzeit 18 Monate

·         Im Juni 2014: Baggerbiss und Baubeginn Rohbau

·         im März 2015: Dachaufbau mit 18 24 Meter langen, 3 Tonnen schweren Stahlträgern

·         Im März 2015: Richtfest

·         19. Februar 2016: Einweihung

·         20. Februar: Führungen für die Öffentlichkeit (Anmeldung bis 19.02.2016)

·         22. Februar 2016: Übergabe an NutzerInnen


Kosten: 7 Mio Euro

Rückblick Ausschreibungswettbewerb

13 Juroren - bestehend aus Gemeinde- und Aufsichtsräten, Bürgermeister und Fachbereichsleitern der Stadtverwaltung, Geschäftsführung der SWLB - wählten aus den eingereichten Entwürfen den:

·         städtebaulich attraktivsten

·         für das Schul- und Vereinsschwimmen funktionalsten Entwurf

Zudem waren wichtig:

·         städtebauliche, architektonische und freiräumliche Gestaltqualität

·         funktionale Zuordnung und funktionsgerechte Ausbildung der einzelnen Bereiche

·         im Hinblick auf Aufenthaltsqualität für die Nutzer - Nutzerkomfort und Betriebsabläufe

·         gestalterische Qualität und räumliche Atmosphäre in den einzelnen Bereichen

·         Investitions-, Unterhaltungs- und Betriebskosten, Wirtschaftlichkeit

Architektur

Optisch passt sich das neue Bad in die Bestandsbebauung ein. Es erhält im unteren Bereich eine helle Klinkerfassade, nach oben wurde es an drei Seiten mit Glas verkleidet. Das Bad mit Flachdach ist schlicht und funktional ausgerichtet.


Becken

Das Bad besitzt zwei Becken mit den Maßen 25 mal 16,66 Meter sowie 10 mal 16,66 Meter. Das große Becken ist sowohl für Schwimmsportler als auch für den Schwimmunterricht der Ludwigsburger Schulen eine optimale Sportstätte. Realisiert wurde das sieben Mio. teure Bad durch die Finanzierung der SWLB.

Gebäudekonzept
Der Zugang zum Campusbad erfolgt von der Karlstraße über den Vorplatz zwischen Mörikegymnasium und dem Neubau. Das erhöhte Erdgeschoss, das circa zwei Meter über dem Niveau des Vorplatzes liegt, wird über eine Treppenanlage bzw. über einen behindertengerechten Treppenaufzug von der Westseite des Gebäudes erschlossen. Unter der Berücksichtigung der Anforderungen an ein Schul- und Vereinsbad wurde eine übersichtliche und transparente Trennung der Schwimmhalle vom Zugangsbereich gewählt, der eine Kontrolle über die Haupterschließung und das Foyer gewährleistet. Durch eine klare Trennung der Schwimmhalle und der weiteren Funktionsbereiche wie Umkleide, Zugang und Nebenräume wurde eine optimale Abfolge der Raumnutzung erreicht und mit dem reinen Technikbereich im Untergeschoss den Anforderungen an ein Schul- und Vereinsbade Rechnung getragen. Der Umkleidebereich sowie Sanitätsraum und Geräteraum sind der Schwimmhalle direkt zugeordnet. Die benötigte Technikfläche im Untergeschoss wird über eine interne Treppenanlage sowie die außenliegende Einbringöffnung auf der Südseite erschlossen.

Städtebau und Baugrundstück
Das Grundstück für das Schul- und Vereinsbad befindet sich süd-westlich des historischen Residenzschlosses Ludwigsburg auf dem Schulcampus an der Karlstraße. Das Baufeld grenzt direkt an den orthogonalen Straßenverlauf der Karl- und Seestraße an. Mit einem klar strukturierten Baukörper, der die städtebaulichen Bezüge und Fluchten aufnimmt, entsteht ein Ensemble aus Mörikegymnasium sowie Campus, das sich in das orthogonale System der Stadt einfügt und zwischen dem historischen Stadtgrundriss und der Grünanlage im Osten vermitteln soll.

Schwimmhalle wurde dreiseitig als transparente, leichte Stahl-Glas-Konstruktion gebaut. Ein circa 1,45 m hohes Stahl-Fachtragwerk überspannt die Schwimmhalle stützenfrei. Die Konstruktion bleibt sichtbar. Dadurch erweitert sich die Halle optisch um die Konstruktionshöhe auf ca 5,50 m. Das Stahl-Fachtragwerk wird mit Holzwerkstoffplatte belegt und bildet somit den Untergrund für die Photovoltaikanlage.

Materialität und Gestaltung
Das äußere Erscheinungsbild wurde aus der inneren Raumfolge und den funktionalen Anforderungen entwickelt. Der geklinkerte Gebäudesockel wird im Bereich des Schul- und Eingangshofs zur Raumkante und Gebäudefassade mit Fensteröffnung und zurückgesetztem Zugangsbereich. Durch die dreiseitige Verglasung und die Realisierung eines filigranen Stahltragwerks konnte die Schwimmhalle konstruktiv und in Materialität bewusst als Kontrast zu dem robusten und geschlossenen Gebäudesockel gestaltet werden. Die mal transparente, mal spiegelnde je nach Sonnenstand farblich unterschiedlich schimmernde glatte Oberfläche der Verglasung zur Schwimmhalle wirkt zum Straßenraum als eigner über den strukturierten Maurerwerkssockel gehobener Baukörper. Ohne einen direkten Einblick in den Badebereich zu ermöglichen, transportieren Reflexionen der

Wasserflächen an Wand und Decke die Funktion des an prominenter Stelle errichteten Schul- und Vereinsbades in den öffentlichen Raum. Zur Stärkung der atmosphärischen Wirkung im Zusammenspiel von Sonne, Licht und Wasser wurden im Innenbereich bewusst Materialien und Oberflächen gewählt, die einen neutralen, hellen und natürlichen

Rahmen für die vorgesehene Nutzung bilden. Das Gebäude nimmt sich zurück, die Wasserflächen und deren natürliche Farbig- und Lebendigkeit bilden die zentrale Attraktion.

Konstruktion
Die erdberührten Wände und die Bodenplatte der Technik sind massiv in Stahlbeton gebaut und aufgrund der örtlichen Gegebenheiten in WU-Beton ausgeführt worden. Die Geschossdecke, die Beckenbauteile sowie statisch relevante Bauteile wie ein Teil der Außen- und Innenwände wurden in Stahlbeton ausgeführt, alle weiteren Gebäudetrennwände in Mauerwerk. Der Gebäudesockel sowie der Umkleidebereich erhalten eine hochgedämmte Vormauerung mit Klinker. Die Fassade der Schwimmhalle wurde dreiseitig als transparente, leichte Stahl-Glas-Konstruktion gebaut

Technische Anlagen / Energie
Für den Betrieb des Campusbads sind die technischen Anlagen der Gewerke Heizung, Lüftung, Sanitär und Badewassertechnik von elementarer Bedeutung. Allein für die Klimatisierung und Entfeuchtung der Schwimmhalle werden pro Stunde ca. 34.000 m³ Luft umgewälzt. Die Umwälzung erfolgt über zwei Lüftungsgeräte mit interner Wärmerückgewinnung sowie einer ergänzenden Wärmepumpe zur Abwärmenutzung und Beckenwasservorerwärmung. Die übrigen Lüftungszonen Umkleiden, Duschen und Technik haben eine Umwälzung von 15.000 m³ Luft/h.

Im Schwimmer- und Lehrschwimmbecken sind in der Badewasseraufbereitungstechnik zwei getrennte Aufbereitungskreisläufe vorgesehen, um beide Becken mit unterschiedlichen Wassertemperaturen betreiben zu können. Die Umwälzleistung in diesen beiden Becken beträgt zusammen 310 m³ Wasser pro Stunde. Über eine interne Wärmerückgewinnung wird das stetig der Anlage zugeführte Frischwasser vorgewärmt und das nicht mehr benötigte Filterrückspülwasser entwärmt. Der Gesamtwärmebedarf von circa 600 bis 700 kW wird über das Holzheizkraftwerk der SWLB und den gelegten Fernwärmeanschluss sichergestellt. Neben den technischen Aggregaten für Heizung, Lüftung, Sanitär und Badewassertechnik wurden circa 2.100 Quadratmeter Lüftungskanal installiert, über 1.000 Meter Kunststoffrohr für die Badewasserverteilung sowie über 650 Meter Rohr in der Trinkwasserverteilung und 400 Meter Stahlrohr in der Wärmeverteilung verbaut.

Am Bau – also an Gebäudeerstellung und Technik - waren 25 Firmen sowie 12 Planer, Sachverständige und Gutachter beteiligt, zeitweise arbeiteten über 40 Handwerker gleichzeitig auf der Baustelle.

Photovoltaikanlage auf dem Dach

Auf dem Dach des Campusbads wurde eine Photovoltaik-Anlage installiert, die noch Ende Januar ans Netz gegangen ist. Die Gesamtleistung beträgt 95,84 kWp, ist die größte PV-Anlage der SWLB. Die PV-Anlage produziert rund 100.000 kWh/Jahr (Strom für 25 Vier-Personen-Haushalte bei Durchschnittsverbrauch von 4.000 kWh/a. Das ergibt eine Einsparung von ca. 60.000 kg (60 Tonnen) CO2.

Schulhof

Die Gesamtumbaufläche beträgt ca. 1.220 m². Die Kosten für Gestaltung, Bepflanzung und Ausstattung belaufen sich auf etwa 310.000.- Euro. Diese Außenanlage wurde von der Stadt Ludwigsburg geplant und finanziert.

Die Freifläche zwischen dem neuen Gebäude des Schul- und Vereinsbades und dem bestehenden Gebäude des Mörikegymnasiums wurde als offener, von Bäumen überstandener Pausenhof gestaltet. Bei der Planung der Freianlagen wurde das Materialkonzept des Schulcampus Innenstadt (Belag, Ausstattung, Beleuchtung) der Stadt Ludwigsburg umgesetzt. Die Schulhoffläche wurde mit Betonplatten befestigt, wobei das vis-á-vis der Eingänge der beiden Gebäude durch Oberflächenbearbeitung der Betonplatten akzentuiert wird. In lockerer, ungerichteter Anordnung wurden sieben Bäume mit luftiger und durchlässiger Krone in der Fläche zwischen den beiden Gebäuden gepflanzt. Den Baumgruppen zugeordnet und parallel zum neuen Gebäude ausgerichtet stehen drei Betonbänke in U-Form mit Bankauflage aus Holz auf dem Hof.

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