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Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim: Holzheizkraftwerk offiziell angefeuert

(vom 16.03.2010)
Ludwigsburg. Wärme und Strom aus Holz - natürliche Energie aus der Region: In der Eisenbahnstraße wird heute, am 16. März 2010, das erste Holzheizkraftwerk (HHKW) in Ludwigsburg und eines der größten des Landes in Betrieb genommen.

Einweihung
HHKW Einweihung mit Umweltministerin Gönner
Umweltministerin Tanja Gönner, der Ludwigsburger Oberbürgermeister Werner Spec, die Kornwestheimer Oberbürgermeisterin, Ursula Keck, und der Geschäftsführer der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH (SWLB), Bodo Skaletz, „feuern" die hochmoderne Anlage offiziell an.

Das HHKW wird eine Wärmeleistung von 9750 Kilowatt (KW) sowie eine elektrische Leistung von 2.100 KW Strom in Kraft-Wärme-Kopplung pro Jahr klimaneutral aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz produzieren. Das HHKW spart jährlich 18.000 Tonnen Kohlendioxid ein. Das Brennmaterial Holz ist ein nachwachsender Energieträger und damit klimaneutral. Rund 42.000 Tonnen Holzhackschnitzel aus der Region werden jährlich in der Anlage verbrannt.

Der im HHKW erzeugte Strom aus Biomasse, circa. zehn Millionen Kilowattstunden, wird in das örtliche Netz eingespeist und gemäß dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) vergütet. Mit der produzierten Wärme - rund 48 Millionen kWh - werden die Fernwärmekunden der SWLB im Verbundnetz in Ludwigsburg versorgt. Mit der eingespeisten Wärmemenge könnten mehr als 3000 Haushalte versorgt werden.

Das neue Holzheizkraftwerk, die mit 16 Millionen Euro bis dato größte Investition der SWLB, ist wie die Holzhackschnitzelanlage in Ludwigsburg-Eglosheim, die drei Photovoltaikanlagen auf Dächern in Ludwigsburg und Kornwestheim und das in Planung befindliche elfte Blockheizkraftwerk der SWLB in Kornwestheim ein wichtiger Baustein im Energiekonzept der Stadtwerke.

Nachwachsender Energieträger aus der Region
Herz der Anlage ist ein Brennkessel mit Rostfeuerung. Das Holzschnitzelgut, das verfeuert wird, stammt vorwiegend aus der Landschaftspflege. Jährlich werden 42.000 Tonnen Holzhackschnitzel aus der Region benötigt - im Schnitt bis zu fünf voll beladene LKW mit Anhänger pro Tag. Über den Greifarm werden die Holzhackschnitzel auf den Schubboden transportiert, der das Feuer im Brennkessel anheizt. Allein das Fassungsvermögen der drei Silos reicht aus, um den Kessel bei voller Leistung circa sechs Tage mit Brennstoff zu versorgen.

Doppelte Nutzung
Die heißen Rauchgase, die beim Verbrennen des Holzes entstehen, erhitzen über Rauchgaswärmetauscher und in einer Reihe von Vorwärmern Thermoöl, das besonders hohe Temperaturen kontrolliert aufnehmen kann. Es erreicht in der Anlage rund 315 Grad Celsius.

Im »Organic Rankine Cycle«, einem nach seinem Erfinder W. J. M. Rankine benannten Kreislauf zur Energieumwandlung, wird die Wärmeenergie des erhitzten Thermoöls anschließend über einen Wärmetauscher an ein Öl auf Silikonbasis abgegeben.
Das hat zur Folge, dass das Silikonöl verdampft. Der Silikonöldampf wird über eine Turbine geleitet, die einen Generator antreibt. Der so angetriebene Generator wiederum erzeugt Strom. Verlässt der Silikonöldampf die Turbine, ist er immer noch sehr heiß. Diese Restwärme wird in einem nachgeschalteten Kondensator genutzt, um Fernwärmewasser auf 95 Grad zu erhitzen.

Der Strom wird in das örtliche Stromnetz, die Wärme in das rund 20 Kilometer umfassende Fernwärmenetz der Stadtwerke eingespeist.

Die Rauchgase, die bei der Verbrennung entstehen, werden in mehreren Stufen sorgfältig gereinigt. Die Rauchgasreinigungsanlage besteht aus einem Zyklonabscheider für grobe Staubpartikel und einem nach geschalteten Elektrofilter zur Feinentstaubung. Um die Stickoxid-Emissionen zu reduzieren, wird ein Teil des Abgasstromes zusätzlich hinter dem Elektrofilter noch einmal dem Brennkessel zugeführt. Bevor das Rauchgas über den 37 Meter hohen Schornstein schließlich ins Freie gelangt, wird es ständig auf seine Zusammensetzung analysiert. Die gemessenen Schadstoffkonzentrationen werden kontinuierlich online auf den Rechner der Warte des HHKW übertragen.

Umweltverträglich und klimaneutral
Das Holzheizkraftwerk, mit dessen Bau im September 2008 mit dem offiziellen Baggerbiss begonnen wurde, ging im Dezember 2009 in den noch andauernden Probebetrieb. Durch den Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung wird die im Holzbrennstoff enthaltene Energie optimal ausgenutzt. Das Werk sichert nicht nur eine ökologische Stromerzeugung, sondern garantiert auch eine klimafreundliche Fernwärmeversorgung aus erneuerbaren Energien.